Kohl wird knapp! Klimakrise als Ursache?

Ein grüner Kohlkopf
Ein grüner Kohlkopf Bild: pixabay.com

Kohl galt viele Jahre lang als deftiges Grundnahrungsmittel. Doch schon bald könnten Kohlsuppe, Kimchi, Sauerkraut und Co zu einem wirklich knappen Gut werden. Chinakohl ist bereits heute kaum noch in Bio-Qualität erhältlich. Die Klimakrise könnte dabei eine wichtige Rolle spielen, warnen Experten.

Die Ausbreitung der gemeinen Kohlfliege hat bereits in diesem Jahr zu gewaltigen Ernte-Ausfällen bei Kohl geführt. Die Fliege gilt als besonders robust gegenüber klimatischen Veränderungen - und profitiert somit von der Klimakatastrophe.

Wer in den letzten Monaten versucht hat, im Biomarkt einen Chinakohl zu erwerben, der wird bereits gemerkt haben: Das Angebot ist äußerst knapp. Kaum eine Filiale führt überhaupt noch Chinakohl. Eine Leserin berichtete uns von dem Hinweis eines Alnatura-Filialleiters, dass Kohl in diesem Jahr aufgrund der Kohlfliege knapp sei.

Auf Nachfrage bei der Pressestelle von Alnatura wurde uns das bestätigt. Offenbar ist nicht nur Chinakohl betroffen - auch andere Kohlsorten seien in diesem Jahr knapp. In anderen Biomarkt-Ketten sieht es ähnlich aus.


Wirtschaftlich besonders stark betroffen vom Hunger der Kohlfliegen sind Bio-Bauern, die keine chemischen Insektizide einsetzen. Die gemeine Kohlfliege gehört zudem zu den Schadorganismen im Gemüsebau, die besonders schwierig zu bekämpfen sind. In Deutschland sind für den Bio-Landbau zur Zeit keine Pflanzenschutzmittel zugelassen. [1]

Wenn die natürlichen Fressfeinde der Kohlfliege durch die Überhitzung des Klimas zurückgedrängt werden, hat die Kohlfliege leichtes Spiel. Sie gilt als praktisch "unverwüstbar" und kann sogar in besonders heißen Sommern bis zu vier Generationen im Jahr ausbilden. [2] Und: Die Fliege zeigt seit einigen Jahren auch an Rapspflanzen reges Interesse, der wie Kohl zu den Kreuzblütlern gehört. [3]


Könnte also sein, dass Kohl in Zukunft zum echten Genussmittel für Feinschmecker wird, die es sich leisten können. Die Knappheit beim Kohl erinnert zugleich an den letzten Bericht des Weltklimarates (IPCC), der zu raschen, effektiven Schritten zum Klimaschutz mahnt, um die Ernährungssicherheit nicht zu gefährden.

Pflanzenbasierte Ernährung als wichtigster Schritt

Tierhaltungen weltweit gehören zu den wichtigsten Ursachen der gegenwärtigen Klimakatastrophe. Durch ihren Verbrauch von Rohstoffen und Anbauflächen für Futtermittel, sowie durch den Ausstoß an besonders klimaschädigenden Methangasen, tragen sie erheblich zur Klimakrise bei.

Nutztiere wandeln den größten Teil der Futtermittel in wertlose Gülle um. Aus 10 Kilo Futtermitteln erzeugen Rinder und Co etwa 9 Kilo Gülle.

Die Menschen in den reichen Industrieländern leben ökologisch längst auf Pump. Sie verbrauchen deutlich mehr Rohstoffe als nachwachsen. Es ist ein Spiel auf Zeit. Klimaforscher warnen seit Jahren vor Ernteausfällen und Hungerkatastrophen. Dabei wäre der wichtigste Schritt, den jeder Verbraucher selbst tun kann, ganz einfach:


Der wichtigste persönliche Schritt zum Schutz des Klimas ist die Umstellung auf eine pflanzenbasierte Ernährung. Denn diese reduziert den ökologischen Fußabdruck der Ernährung schnell um bis zu 80 Prozent.

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Autor: Redaktion
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Letzter Beitrag: 21.08.2019, 14:04 Uhr


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Schlagworte: Klimakrise Gemüse
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