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Undercover-Recherche

Schlachthöfe: Schluss mit der Intransparenz!

Wieder gibt es schreckliche Aufnahmen aus einem deutschen Schlachtbetrieb. Diesmal im westdeutschen Düren. Undercover-Ermittler der "Soko Tierschutz" haben dokumentiert, wie dort Tiere ohne ausreichende Betäubung geschlachtet wurden. Es sind Bilder, die schwer zu ertragen sind. Die wütend machen. Besonders deshalb, weil der Schlachthof offenbar mit McDonalds auch eine große Fast-Food-Kette beliefert hat.
Vor allem aber, weil sich in den letzten Jahrzehnten offenbar nichts getan hat!

Supporter sehen weniger Werbung.

Weil die Bilder zeigen, dass sich endlich etwas ändern muss!

Der Autor dieser Zeilen hat vor einigen Jahren selbst in verschiedenen Schlachthöfen undercover gefilmt (auch "Vorbild-Betriebe") und kennt daher die Praxis. Aussendungen in TV-Sendern (und die folgenden Talk-Shows) haben im Wesentlichen dazu geführt, dass sich die Branche noch besser abschottet.

Intransparenz als Geschäftsmodell.

Die Tatsache, dass Aufnahmen aus Schlachthöfen so selten an die Öffentlichkeit gelangen, hat den Grund darin, dass sich die Betriebe vor der Öffentlichkeit abschotten. Diese Intransparenz hat einen guten Grund. Und dieser Tage sehen wir wieder, welchen.

Die Abschottungs-Strategie der Schlachtbetriebe funktioniert bislang verstörend gut. Die Diskussion, wie darauf zu reagieren sei, folgt stets einem ähnlichen Muster:

  • Ein Video dokumentiert unsägliche Zustände in einem deutschen Schlachtbetrieb.
  • Ein Reporter geht dem nach, zieht Experten hinzu und stellt Verantwortliche zur Rede. Stellt klar: Die Tierquälerei ist systemimmanent, lässt sich von Fleischerzeugung nicht trennen.
  • Verantwortliche geben sich betroffen, entschuldigen sich und kündigen strengere Maßnahmen an. Zum Beispiel ein Audit durch ein Zertifizierungs-Unternehmen. Oder Umbaumaßnahmen. Oder ein neues Siegel.
  • Auch die Verbraucher sind schuld, heißt es. Die wollten das ja alles.
  • Eventuell wird Personal gefeuert oder muss eine Strafe zahlen.
  • Agrar-Politiker verweisen auf Arbeitsplätze / Tradition und preisen ein neues Siegel für die "Guten" der Branche an. Nicht alle seien schlecht, so der Tenor. Forderungen nach wirksamer Durchsetzung deutscher Gesetze lehnen sie als "radikal" ab. Die Lebenswirklichkeit sehe anders aus. Man weiß ja, wie.
  • Die Diskussion endet für Verbraucher mit dem tröstenden Gefühl, dass ja nun wieder alles in Ordnung sei. Dass sich darum gekümmert wird.
  • Neue Undercover-Aufnahmen aus einem - nun vielleicht preisgekrönten - Betrieb kommen an die Öffentlichkeit. Und es beginnt von vorne.

Die Schlacht-Branche in Deutschland weiß genau: Transparenz wäre für das Schlacht-Gewerbe fatal! Ihr wirtschaftlicher Erfolg hängt vom Heile-Welt-Marketing ab, das glückliche Kühe auf frischen Weiden zeigt, statt blutige, brüllende Tiere, die an Haken hängen.

Abschottung gegenüber der Öffentlichkeit.

Deshalb ist es selbst für Pressevertreter großer Medien so gut wie nicht möglich, offiziell und ohne irrwitzige Zugeständnisse in einem Schlachthof zu filmen. Da wird durchaus verlangt, die gesamte "Schlachtstrecke" auszulassen und sich allein auf den Bereich zu konzentrieren, wo die leblosen Körper zerschnitten werden. Da wird eine Vorauswahl der Bilder vereinbart. Und natürlich nur nach Anmeldung. Wenn die schwarz beschäftigten Mitarbeiter Pause machen und man einen Musterbetrieb simulieren kann. Es ist purer Zynismus!

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Die Intransparenz in deutschen Schlachtbetrieben ist auch ein idealer Nährboden für weitere Skandale. Und Pferdefleisch in Lasagne ist darunter noch der Geringste. Ausbeutung von Arbeitern, Gammelfleisch, BSE, Dioxine, Subventionsbetrug... Wo weggesehen wird, gedeiht das Verbrechen!

Die Tierquälerei selbst ist nicht nur ein Schock für empathische Menschen, sondern auch juristisch durchaus relevant. Die zuständigen, staatlichen Stellen sind verpflichtet, das Tierschutzgesetz konsequent durchzusetzen und Tierschutzverstöße zu unterbinden. Schlachthöfe nötigenfalls vorübergehend oder dauerhaft zu schließen.

Behörden sind ihrer Aufgabe offensichtlich nicht gewachsen.

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Dieser Aufgabe sind sie ganz offensichtlich nicht gewachsen. Oft fehlt die nötige Ausbildung und die professionelle Distanz zum kontrollierten Betrieb. Wer tagtäglich dieselben Betriebe kontrolliert, will sich verständlicherweise nicht ständig mit den Kollegen vom Unternehmen streiten. Das Buch "Schweinebande!", geschrieben von einem Insider, vermittelt hierzu übrigens einen guten Einblick. Ohne Rotations-System und Video-Nachweise bleiben die Kontrollen zahnlos.

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Damit sich Gesetzesverstöße nicht mehr lohnen und sich auch Schlachtbetriebe an deutsches Recht halten, sind strenge Kontrollen und eine konsequente Verfolgung von Gesetzesverstößen notwendig. Darüber hinaus sollten staatliche Subventionen an einen lückenlosen Nachweis des gesetzeskonformen Umgangs mit Tieren gekoppelt werden, z. B. durch Videoüberwachung der relevanten Bereiche. Denn letztendlich werden deutsche Schlachthöfe auch über Steuergelder mitfinanziert.

Damit sich - nach etlichen Jahrzehnten - endlich etwas verändert, muss das grelle Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit auf deutsche Schlachtbetriebe gerichtet werden. Dauerhaft und unnachgiebig, bis Tierquälerei und Rechtsverstöße wirkungsvoll unterbunden sind!



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