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Lab im Käse

Kein Käse für Vegetarier?

Dass Käse tierische Produkte enthält, ist klar, besteht er doch fast komplett aus Milch.

Dass der meiste Käse aber auch Inhaltsstoffe vom toten Tier enthält, ist nicht ganz so offensichtlich (und wird auch meistens nicht groß auf dem Etikett vermerkt).

Viele Käsesorten werden mit tierischem Lab hergestellt. Dieses Enzym lässt die Milch gerinnen – und stammt aus den Mägen von geschlachteten, jungen Wiederkäuern, also z. B. von Kälbern.
Je jünger das Tier war – genauer: je weniger Futter es außer seiner Muttermilch aufgenommen hatte –, desto „besser“ ist die Labqualität (Quelle).

Käsehersteller verweisen zwar darauf, dass Lab ein „Abfallprodukt“ wäre, von Tieren, die für die Fleischherstellung geschlachtet worden seien. Doch Lab ist genau genommen kein „Abfall“, sondern ein wirtschaftliches Nebenprodukt – und macht die Schlachtung von Tieren lukrativer.
Übrigens: Es gibt auf dem Markt praktisch kein Lab mehr von „Bio-Tieren“. Sogar Biohersteller verwenden daher „konventionelles“ Lab. Das könnte aus Massentierhaltung stammen – und von Tieren, die mit gentechnisch verändertem Futter gefüttert worden waren –, wird aber Mangels Alternativen auch in Bioprodukten zugelassen.

Als „Alternative“ wird heute Labaustauschstoff aus speziell kultivierten Schimmelpilzkulturen (verstärkt mittels Gentechnik) hergestellt. Es wird fälschlicher Weise oft als „pflanzliches Lab“ bezeichnet.
Aufgrund mangelnder Richtlinien kann es sogar in Bioprodukten verwendet werden, die nach den EG-Biorichtlinien zertifiziert wurden. Bioverbände haben teils weiter gehende Richtlinien.
Wirklich pflanzliche Labaustauschstoffe (z. B. Labkraut, Feigen, Artischocken...) sind in Deutschland nicht zugelassen (Quelle).

Und wie kann man sicher gehen, dass kein tierisches oder gentechnisch hergestelltes Lab enthalten ist?
Den Hersteller anfragen oder rein pflanzliche Käsealternativen kaufen.



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Kommentare

Katja
Kommentar #4 04.04.2013, 21:36 Uhr
@Julia: Also ich finde das gut, dass alles vom Tier seine Verwendung findet. Ich fänds schlimmer, wenn es auf dem Müll landen würde; geschlachtet wird es so oder so! Hat was mit Ökonomie zu tun. Aber mich nervt auch, dass nichts so ganz gekennzeichnet wird. Ich habe ne Zeitlang in Israel gelebt und das war super: Alles muss gekennzeichnet sein, ob es fleischig oder milchig ist. ein Traum!

Julia
Kommentar #3 17.02.2013, 21:04 Uhr
sehr informativer, kurzer Artikel. Danke.

ich finde es so grausam, dass alles vom Tier verwertet wird und das Geschäft mit Tieren daher läuft und boomt. selbst Labmägen von Kälbern. aber auch Schweinegelatine in Streichholzköpfen...überall ist Milchpulver und Gelatine drin. abstoßend.
es verärgert mich, dass es geduldet wird, aus dem konventionellen Bereich Stoffe für Biolandbau zu beziehen. da unterstützt ein Zweig den anderen.

Obst und Gemüse ist friedlich!

Käsefuß
Kommentar #2 16.11.2012, 21:28 Uhr
Kann man so nicht sagen... in manchen Käsesorten ist Lab, in anderen nicht.

Margit
Kommentar #1 27.09.2012, 12:59 Uhr
Gilt das nur für bestimmte Käsesorten wie Hartkäse oder ist in Frischkäse auch Lab enthalten?

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