Avocados angeblich nicht vegan

Erstellt 22.10.2018, 15:17 Uhr, von kilian. Kategorie: Umwelt & Tiere. 3 Antworten.

Avocados angeblich nicht vegan
22.10.2018, 15:17 Uhr
Hallo,

zur Zeit wird wieder einmal eine "Sau durchs Dorf getrieben" (ist das in dem Zusammenhang eigentlich vegan formuliert? :D )

Medien schreiben, Avocados seien nicht vegan. Und die skurrilste Schlagzeile hat diesmal der "Stern" mit Sorry, liebe Veganer, aber Avocados sind nicht vegan gewählt.

Mein Kommentar: https://www.vegpool.de/magazin/sind-avocados-vegan.html

Und Ihr so? Wie geht Ihr mit diesem neuen, tendenziösen und populistischen Halbwissen um? :)

Viele Grüße

Kilian
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Hi,

was hältst Du davon? :star:

LG!
22.10.2018, 16:16 Uhr
Hallo Kilian,

hier kommt es auch wiederum auf die Sichtweise an.

Lt. Vegan Society (den Gründen des Begriffs Vegan), beschreibt der Begriff "vegan":
Zitat https://www.vegansociety.com/go-vegan/definition-veganism:"A philosophy and way of living which seeks to exclude—as far as is possible and practicable—all forms of exploitation of, and cruelty to, animals for food, clothing or any other purpose; and by extension, promotes the development and use of animal-free alternatives for the benefit of humans, animals and the environment. In dietary terms it denotes the practice of dispensing with all products derived wholly or partly from animals."


Nun könnte man starr darauf beharren, dass es möglich wäre keine Früchte oder Gemüse der gängigen "Bienensklaverei" zu konsumieren, oder argumentieren, dass die Vermeidung von Obst und Gemüse aus mobiler Bienenbestäubung unter die Ausnahme "so weit möglich und praktikabel" fällt.

Daraus irgendeine Art von Argumentation oder Begründung abzuleiten, welche die Vermeidung von Tierleid insgesamt relativiert, hat sich meiner Logik ehrlich gesagt noch nie erschlossen und ist auch selten konsequent zu Ende gedacht ;)


Wie dem aber auch immer sei:
Macht es wirklich einen Unterschied?

Mich persönlich interessiert es schon länger nicht mehr, ob etwas theoretisch vegan ist oder nicht, solange ich es mit meinem Gewissen und meinen Überzeugungen vereinbaren kann und mir - soweit möglich - der Produktionsbedingungen und Folgen bewusst bin.

Im Fall von Avocados, Mandeln oder Cashews handhabe ich das recht locker:
Gelegentlicher geringer Konsum ist okay, aber dabei halte ich mir bewusst, welchen Preis die Beteiligten (unterbezahlte Arbeiter, mobile Bienenvölker, unsere Umwelt etc.) für meinen Genuss zahlen mussten.

Liebe Grüße,
Falk
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8x bearbeitet

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23.10.2018, 10:54 Uhr
Hallo Kilian,
abgesehen davon, dass uns Avocados ab und zu mal ungenießbar werden, weil sie zu lange gelegen haben :-/ ( man kann ja nicht reinschauen in die Dinger) , denke ich ähnlich wie Falk. Wir kaufen sie -wenn überhaupt- nur biologisch beim Biomarkt oder bei einem biologischen Stand auf dem Markt. Immer mehr habe ich den Eindruck, dass diese Artikel nur von den Schandtaten der Nichtveganer ablenken sollen. :green: und dann auch oft von Leuten publiziert werden, die keine Ahnung von Ernährung haben.
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18.12.2018, 15:32 Uhr
Nun, das geht prinzipiell in die Richtung veganes Obst und Gemüse. Und da kommen wir dann auf einen Punkt, bei dem man sich auch über Wurmkompost etc. unterhalten muss ...
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19.12.2018, 10:53 Uhr
Wenn Nahrungsmittel u.a. nur dann vegan sind, weil die Transportwege ganz kurz sein dürfen, dann dürften wir mindestens die Hälfte aller Nahrungsmittel gar nicht mehr zu uns nehmen, sondern müssten uns nur noch regional ernähren. Und, mal Hand aufs Herz, auch wir Veganer greifen gerne zu Banane & Co. Also sollte wenigstens die Anbauweise stimmen, und bei Avocados wäre dann wohl der "kürzeste" Transportweg der aus Andalusien. Hier gibt es spezialisierte Fincas, die den Weg zum nachhaltigen Anbau beschreiten: https://www.frutas-biobena.com/bio-fruechte-frutas-ecologicas-fruits-biologiques/bio-avokados-aguacates-ecologicos-avocats-biologiques/

Auf dieser Finca wird auf der Webseite ganz klar gesagt, bis wann die Ernte geht, man also mit einem echten Anbau rechnen kann auf natürliche Art und Weise. Ich finde das sehr interessant, denn das macht klar, dass eben auch hier mal ein "Stopp" ist, es also gar nicht sein kann, dass man durchgehend Avocados kaufen könnte - es sei denn, sie werden eben nicht biologisch angebaut, wie z.B. in diesen grässlichen Plastiklandschaften in Almería. In diesem Fall kann also "nur" von Oktober bis April geerntet - also auch konsumiert - werden, und das bei 2 Arten, die sich zeitlich überlappen.

Ich habe selbst 15 Jahre in Andalusien gelebt (ebenfalls in Málaga, wo auch dieser Betrieb liegt) und leider ist man dort bis heute generell Themen wie Tier- und Naturschutz extrem ignorant gegenüber! Um so mehr freue ich mich, wenn es dann doch mal (meist jüngere) Andalusier gibt, die solche Themen mit Überzeugung und einer gehörigen Portion spanischem Feuer angehen und umsetzen! Es gibt noch Hoffnung, und als Konsument sollte man das unterstützen, um Mut zu machen und Anreize zu schaffen.


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