Psoriasis Arthritis - hilft vegane Ernährung?

11.03.2018, von , 20 Beiträge
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Supporter: Optimist
Psoriasis Arthritis - hilft vegane Ernährung?

Hallo zusammen,

gestern haben wir einen Erfahrungsbericht von Kerstin veröffentlicht, in dem sie schildert, wie ihr eine vegane Ernährung geholfen hat, die Psoriasis Arthritis in den Griff zu bekommen. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal, Kerstin!

Der Artikel ist hier zu finden: https://www.vegpool.de/magazin/erfahrungsbericht-vegan-psoriasis-arthritis.html

Gargelchen hat darunter ja schon kommentiert, dass auch sie einen schweren Fall von Psoriasis Arthritis im Bekanntenkreis hat.
Auf Vegpool haben wir schon einige Artikel über verschiedene Formen der Arthritis veröffentlicht und ich daher umso gespannter, wer bei dieser Erkrankung noch positive Erfahrungen mit einer veganen Ernährung machen konnte.

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Viele Grüße

Kilian
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Benutzerbild von gargelchen

Ich habe da wirklich noch eine wichtige Frage... Mein Freund ist wirklich sehrsehrsehr krank. Er hat schlimme Schmerzen, seine Finger sind versteift und so gut wie nicht mehr zu gebrauchen, und auch fast alle anderen Gelenke tun dauerhaft weh. Außerdem die Schuppenflechte... Manchmal ist sein ganzer Körper wie ein Panzer, und die Haut reißt bei der kleinsten Bewegung ein, wenn sie nicht dick genug "eingefettet" ist. Das Problem mit den Fußsohlen hat er übrigens auch.

Ich beschreibe das so genau, um deutlich zu machen, dass sein Immunsystem wirklich total verrücktspielt, und zwar seit vielen Jahren.

Was also, wenn er von hier auf jetzt seine Ernährung komplett umstellt? Kerstin hat in ihrem Bericht ja geschrieben, dass sie zuerst nur auf Milchprodukte verzichtet hat und, wenn ich richtig rechne, erst über 20 Jahre später auch auf Fleisch.

Grundsätzlich finde ich es natürlich super, wenn er auf tierische Produkte verzichtet. Sonst wäre ich nicht hier im Forum. Ich habe aber Bedenken, dass eine zu schnelle Umstellung seinen Körper zu stark belasten könnte.

Würde mich sehr freuen, wenn jemand da besser informiert ist. Danke!
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Kerstin Supporter: Optimist

Also auf Milch habe ich verzichten müssen, da ich eine Kaseinallergie entwickelt habe.
Es ist mittlerweile erwiesen, das Milch im engen Zusammenhang mit Psoriasis, Neurodermitis und Asthma steht. Wenn damals schon die Diagnose gestanden hätte und ich das wüsste, was ich jetzt weiß, dann wäre mir einiges erspart geblieben.
Bei der Umstellung kann dein Freund nichts falsch machen, da von jetzt auf gleich diese verdammten entzündungsauslösenden Stoffe nicht mehr in der Nahrung enthalten sind.
Meine Rheumatologin wäre sogar noch einen Schritt weiter gegangen(wenn sich keine,oder nur eine unwesentliche Besserung ergeben hätte),indem ich die reine basische Ernährung fruktosearm gestaltet hätte.
Ich kann nur dazu raten es unbedingt zu probieren, aber achtet auf eine ausgewogene Nährstoffzufuhr.
Klar dauert es eine Weile, bis das Immunsystem sich beruhigt,bei mir hat es jedenfalls zu 100% funktioniert.
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Benutzerbild von Vegbudsd

Zitat "Milch im engen Zusammenhang mit Psoriasis, Neurodermitis und Asthma"
Das kann ich aus eigener Erfahrung nur voll und ganz bestätigen. Ich erweitere die Liste um Heuschnupfen. Mein ganzes Leben hatte ich massiv mit Asthma, extremer Neurodermitis (war in der Frankfurter Universitätsklinik den Studis als Extrembeispiel vorgeführt worden) und Heuschnupfen (mit morgens regelmäßig total verklebten Augen, die erst mit warmem Wasser wieder zu öffnen waren) nebst völlig dichter Nase, massive allergische Reaktionen auf Hunde und Katzen usw. usw.
Kurze Zeit nach der Ernährungsumstellung auf vegan, die ich nicht aus gesundheitlichen Gründen gemacht hatte, wurden zusehends die beschriebenen Symptome geringer bzw verschwanden völlig. Heute bin ich zwar nach wie vor Allergiker, aber beinahe symptomfrei Haut komplett glatt wie ein Kinderpopo, Asthma nur in extremer Allergen belasteter Umgebung bzw. massiver Kälte, Heuschnupfen meldet sich zwar zeitweise, wird aber medikamentös ein bis zwei Mal die Woche mit Nasenspray völlig im Zaum gehalten. Tatsächlich kann ich inzwischen durchgängig die Nasenatmung durchführen, woran in früheren Zeiten nicht zu denken war Diesbezügliche Medikamente benötige ich kaum noch, habe zur Sicherheit zwar immer ein Akutspray gegen Asthma bei mir, aber benutze es so gut wie gar nicht mehr. Soll heißen, die Allergieanfälligkeit wird nicht völlig beseitigt, aber die Symptome können ganz oder weitgehend verschwinden. Einen Versuch ist das allemal wert. Man sollte sich dafür aber mindestens zwei bis drei Monate vornehmen, da die Reaktionen sehr unterschiedlich lange dauern können. Ich vermute aber nach meiner Erfahrung, dass es bei den meisten Menschen sehr schnell zu einer Besserung kommt, da die Allergie auslösenden Stoffe in Milch und Milchprodukten nicht weiter zugeführt werden.

Viel Erfolg und gute Besserung!
Unser Ziel ist eine für Landwirte auskömmliche Landwirtschaft und schmackhafte, gesunde Ernährung, ohne Tierleid und ohne Tiertod!
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Kerstin Supporter: Optimist

@gargelchen,was mir bei der Schuppenflechte auch sehr geholfen hat, war die Verwendung von Kokosfett, da es erstens sehr gut fettet und zweitens antibakteriell wirkt. Als ich es damals so extrem an den Fußsohlen hatte, habe ich sogar zusätzlich Folie um die Füße gewickelt, damit das Fett drauf bleibt und nichts austrocknet und einreißt. Es war echt eine Tortur.
Da dein Freund schon so lange und sehr extrem erkrankt ist, wird es wahrscheinlich etwas länger dauern als bei mir(ich hatte ja relativ viel Glück, dass ich zu meiner jetzigen Rheumatologin kam). Aber bitte nicht aufgeben.
Ihr müsst auch bedenken, dass diese Krankheit auch wichtige Organe befallen kann, das sollte um jeden Preis verhindert werden.
Ich wünsche deinem Freund alles Gute und baldige Besserung.
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Also dem kann ich mich nur anschließen. Einfach ausprobieren. Für einen Monat totaler Verzicht auf tierisches Eiweiß. Das habe ich auch gemacht und bin auf Grund der neu gewonnenen Lebensqualität dabei geblieben. Bei meiner Umstellung habe ich alle Nahrungsmittel eben nur ohne tierisches Eiweiß weiterverwendet. Dazu möchte ich noch erwähnen das ich mich sehr bodenständig mit heimischen Lebensmitteln ernähre. Also Roggenbrot, Brötchen, Sonnenblumenmargarine, Leinöl, Rapsöl, Kartoffeln, Kohlrüben, Möhren viele Kohlarten, Linsen, Erbsen, Äpfel und Obst und Gemüse der Saison. Sehr selten Bananen und andere Südfrüchte. Ein Laster ist halt Marmelade. Von Schokolade bin ich ganz weg.
Auf jeden Fall sollte man sich ein B12 Präparat besorgen. Wer es schafft, sollte auch keinen oder sehr selten Zucker verwenden. Zugegeben das ist schon hart, aber nichts gegen die Schmerzen bei Rheuma und Gicht. Und wenn dann wie bei mir nach einiger Zeit nichts mehr Beschwerden bereitet, also mir kann keiner mit irgendeinem Stück Fleisch mehr was abgewinnen. Da ich kein Problem mit Gluten habe, mache ich mir manch mal Frikadellen aus Tofu mit Gluten. Da gibt es einfache Anleitungen im Netz. Das ist für mich vom Geschmack so ein bisschen Ersatz für den Fleischkonsum von früher.
Wobei das Fleisch essen eine Erziehungsmethode ist. Kinder wollen eigentlich gar kein Fleisch essen. Das habe ich schon früher beobachtet, mir nur erst jetzt darüber Gedanken gemacht.
Benutzerbild von gargelchen

Ihr Lieben, danke für euren Rat! Ich habe nochmal mit meinem Freund gesprochen, ihm eure Tipps weitergegeben (er wickelt sich übrigens auch Folie um die Füße) und ihm genau erklärt, was es mit dieser Ernährungsweise auf sich hat und wo sich überall tierische Produkte verstecken können. Außerdem haben wir Bücher zur veganen und zur basischen Ernährung angeschafft, Vitamin B12 und ein paar erste Dinge, die ihm den Umstieg erleichtern sollen - Sojamehl als Eiersatz für Marinaden, Liquid Smoke und so etwas.
Er hat ganz große Hoffnung, und allein das ist schon einiges wert... Ich werde ihn begleiteten, so gut das aus der Entfernung geht.
LG Gargelchen :heart: :star: :heart:

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Kerstin Supporter: Optimist

Ich drücke ganz fest die Daumen. Und ich rate wirklich zur reinen basischen Ernährung bis Besserung eintritt, danach kann man mal wieder sündigen und ein Weißmehlbrötchen probieren oder Pasta usw.
Viel Glück🍀
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Benutzerbild von Thor

Hallo gargelchen
Ich hab lange überlegt ob ich mich dazu äußern soll,weil der Weg bis zum Erfolg sehr hart ist. Aber dein Freund gehört erstmal in eine Universitätklinik wie Homburg zum Beispiel die haben dort eine Hautklinik. Dort kann er medizinisch versorgt werden. Ich spreche aus Erfahrung was die schuppenflechte betrifft als man mich dort aufgenommen hat war ich von Kopf bis Fuß voll damit. Meine Haut war geschwollen aufgerissenen und das Wasser stand schon fast in der Lunge. Dort wurde ich entschuppt damit die Haut wieder atmen konnte,und dann auf Fumaderm Tabletten eingestellt danach hab ich meine Ernährung auf vegan umgestellt und heute bin ich schuppenflechten frei und habe die Einnahme von fumaderm auch eingestellt und lebe nun vegan ohne schuppenflechte und Tabletten. So war es bei mir,es ist schwer aber mit Durchhaltevermögen zu schaffen
Viel Glück deinem Freund
Lg
Veg-Badge
Benutzerbild von gargelchen

Liebe Kerstin,
danke! Ich gebe ihm das so weiter.

Lieber Thor,
vielen Dank für deinen Beitrag. Ich finde es toll, dass du dich da "einmischst" und mir deine Erfahrungen schilderst. Ich versuche, mit meinem Freund darüber zu sprechen.

LG Gargelchen
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