Nitrat-Überlastung im Grundwasser: Deutsche Umwelthilfe erhebt Klage

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Gülle führt zur Nitrat-Überlastung des GrundwassersGülle führt zur Nitrat-Überlastung des Grundwassers
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Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen werden mit Gülle regelrecht überschwemmt. Die Böden in vielen Teilen dieser Bundesländer können die großen Mengen an Stickstoff nicht mehr aufnehmen. Das führt zu einer dauerhaften Belastung des Grundwassers mit Nitrat. An vielen Orten wird der gesetzliche Grenzwert bereits überschritten.

Daher hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) in Zusammenarbeit mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Klage eingereicht. Vor dem Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht in Lüneburg möchte man die schnellstmögliche Einhaltung des Nitrat-Grenzwerts von 50 ml/l im Grundwasser erreichen.

Die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) gibt vor, dass sich alle europäischen Gewässer in einem biologisch und chemisch guten Zustand befinden müssen. Doch bereits bei zwei Dritteln der Gesamtfläche der Flussgebietseinheit Ems in Deutschland trifft dies nicht zu.

Nach Angaben der DUH werden in Niedersachsen 60 Prozent der Landesfläche landwirtschaftlich genutzt. Im Gebiet Weser-Ems liege das Zentrum der niedersächsischen Fleischproduktion. Die meisten der 65 Millionen Masthühner und neun Millionen Schweine würden in diesem Gebiet gehalten, so die DHU.


Doch um die anfallende Gülle bedarfsgerecht zu entsorgen, bräuchte Niedersachsen 200.000 Hektar mehr Fläche. Anders gesagt: Deutschland muss seinen Verbrauch an Tierprodukten drastisch reduzieren, denn technische Lösungen gibt es nicht. Angesichts der Tatsachen spricht die DUH von einem "desolaten Zustand" der Böden und Gewässer und fordert eine flächengebundene Tierhaltung von maximal 2 "Großvieheinheiten" (z. B. zwei Kühe) pro Hektar.

Der Bundesgeschäftsführer der DUH, Sascha Müller-Kraenner, bezeichnet die auf intensive Landwirtschaft ausgerichtete Agrar-Politik sogar als "Wurzel allen Übels". Medien gegenüber sagte er: "Die Gülle steht uns bis zum Hals – daher klagen wir für schnellstmögliche Maßnahmen und die Einhaltung des Nitrat-Grenzwerts."


Das Thema ist indes nicht neu. Schon 2013 hat die EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesrepublik eingeleitet - und verurteile diese sogar, weil die Vorgaben der EU-Nitratrichtlinie nicht ausreichend umgesetzt wurde.

Für die Rechtsanwältin Dr. Caroline Douhaire ist sauberes Wasser ein Grundrecht - und sie sieht gute Chancen dafür, das Verfahren zu gewinnen. Der Europäische Gerichtshof habe erst kürzlich bestätigt, dass Umweltverbände dieses Recht auch vor Gericht einklagen dürften, heißt es.


In einem Interview haben wir kürzlich Herrn Prof. Dr. Quaschning von der HTW Berlin zu Folgen der intensiven Tierhaltung befragt. Auch er sprach das Thema der Grundwasserüberlastung mit Nitrat an - und empfiehlt eine vegane Ernährung. Zum Interview.

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DUH klagt gegen Nitrat-Überlastung des Grundwassers
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Letzter Beitrag: 20.11.2019, 17:11 Uhr


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